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Ausbildungsklassen helfen in der Kleiderkammer der Messehalle

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Ausbildungsklassen der Ausbildungsberufe Fachkraft für Lagerlogistik in der Kleiderkammer der Messehalle Hamburg
von Alexander Gille und Nerijus Grigas

Die Flüchtlingsdebatte endet nicht am Schuleingang – und so wurde im September 2015 in verschiedenen Klassen der Gewerbeschule Werft und Hafen die Not und der Leidensweg der ankommenden Flüchtlinge in Hamburg thematisiert.

In Diskussionen innerhalb der Klassen entstand zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen Falog36, Falog 31, Falog 34 und Falog 44 die Idee jeweils einen Vormittag in der Kleiderkammer Hamburg mitzuhelfen und die Arbeit der zahlreichen und durchweg freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Hamburger Messehallen fachkundig und logistisch zu unterstützen.

Die Erfahrung mit Schulklassen bei der tatkräftigen Unterstützung in der Kleiderkammer wurde von den Koordinatoren der Kleiderkammer zunächst kritisch gesehen, da im Vorwege einige Schulklassen keine große Hilfe darstellten, sondern eher durch Störungen bei der Sortierung der abgegebenen Kleidungspenden auffielen.

Die ArbStapler_Messehalleeit der angehenden Fachkräfte aus der Gewerbeschule 7 wurde jedoch sehr wohlwollend und dankbar angenommen, da diese den Umgang mit dem Gabelstapler beherrschten und den Schülerinnen und Schülern die üblichen logistischen Abläufe eines Lagers bekannt waren.

Nach dem Ankommen in der Kleiderkammer der Messehalle erhielt jeder der angehenden Fachkräfte sowie auch die Lehrer ein Namensschild und ein paar Einweghandschuhe für die Arbeit in der Kleiderkammer. „Innerhalb der Halle gilt das „Du“ – auch bei Lehrern“, wurde den Klassen mitgeteilt.

Der erste Eindruck der Lagerstruktur war sehr unübersichtlich und schwer zu erschließen. Nach einem kurzen Rundgang und einer Einweisung eines ehrenamtlichen Koordinators, wurden die Auszubildenden der Fachkraft für Lagerlogistik aufgeteilt und ordneten sich einen der verschiedenen Arbeitsbereiche zu. Zu diesen gehörten die Warenannahme, die Vor- und Feinsortierung der System_Messehalleunterschiedlichen Kleidungsstücke, sowie der innerbetriebliche Transport durch das Kleiderlager. Weitere Arbeitsbereiche waren die Verpackung von Kleidungsstücken sowie die Verladung auf LKW zur Belieferung anderer Flüchtlingseinrichtungen und Erstaufnahmen in Hamburg. Einige Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund konnten zudem, da sie über die nötigen sprachlichen Kompetenzen verfügten, in der Kleiderausgabe für die Flüchtlinge tätig werden.

Die Auszubildenden konnten mit der Lagerverwaltungssoftware umgehen, wussten, was ein QR-Code ist und konnten Ware auf Palette fachgerecht zusammenstellen und für die Verladung vorbereiten. Einige der Jugendlichen der unterschiedlichen Ausbildungsklassen des zweiten und dritten Ausbildungsjahres halfen bei der Neustrukturierung und Verbesserung der verschiedenen Lagerflächen.

Von den Koordinatoren der Kleiderkammer Hamburg erhielten die Klassen ein durchweg positives Feedback.

Wir als Lehrer der Gewerbeschule Werft und Hafen sind sehr stolz darauf, das Schülerinnen und Schüler unserer Schule sich bereit erklärt haben, Menschen in ihrer Not zu helfen.

 

Bilder: Alexander Gille

Projekttag „Demokratie und Mitbestimmung“ an der G7

Am 12.10.2015 findet an der Gewerbeschule Werft und Hafen ein Projekttag zum Thema Demokratie und Mitbestimmung“ statt, an dem verschiedene Klassen der Ausbildungsgänge Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik teilnehmen werden.

Mit dem Beginn einer Ausbildung treten Jugendliche häufig zum ersten Mal in das Arbeitsleben ein, wodurch sich Fragen rund um die Ausbildung ergeben. Der Projekttag, der von Ehrenamtlichen der DGB-Jugend und deren Mitgliedsgewerkschaften durchgeführt wird, folgt dem Ziel, Auszubildende über ihre Rechte während der Ausbildung zu informieren und zur Beteiligung an demokratischen Prozessen (Mitarbeit in der Jugend- und Auszubildendenvertretung, Engagement für gewerkschaftliche Arbeit, Eigenverantwortung in Schule und Beruf, uvm.) zu motivieren. Aus Sicht der Berufsschule stellt es eine bereichernde Möglichkeit dar, die berufsschulischen Inhalte im Fach „Wirtschaft und Gesellschaft“ durch externe Akteure zu ergänzen und einen Einblick in gewerkschaftliche Arbeit zu bekommen.

Wir freuen uns auf einen informativen und erfolgreichen Projekttag an der G7

Autor: Björn Kathmann

Projekt „Jobstarter Connect“

Synchronisierung von Ausbildungsbausteinen und Qualifizierungsbausteinen anhand von Lern- und Praxisheften in AV-Dual

Das Projekt Jobstarter Connect – Ausbildungs- und Qualifizierungsbausteine in Hamburg erprobt bereits seit 2010 erfolgreich Ausbildungsbausteine und Qualifizierungsbausteine anhand von Lern- und Praxisheften.

Zielsetzung des Projektes war es mit Hilfe der Qualifizierungsbausteine (QB) eine kohärente Fördersystematik zu entwickeln – die auf Grundlage der zuvor bereits mit allen beteiligten Akteuren abgestimmten Einführung der Hamburger Standards für Qualifizierungsbausteine im Bereich der geförderten Ausbildungsvorbereitung basiert und die für Jugendliche den Übergang in eine betriebliche Ausbildung verkürzt oder eine Perspektive für einen zügigen dualen
Abschluss bildet.

Im Laufe der fünfjährigen Projekttätigkeit von „Jobstarter Connect I + II“ wurden im Rahmen der Synchronisierung aus sieben ABB
insgesamt 30 QB für die Ausbildungsberufe Fachlagerist/ Fachkraft für Lagerlogistik, Verkäufer/ Kauffrau im Einzelhandel und Maler und Lackierer entwickelt, zertifiziert und auf der Onlinedatenbank www.qualibe.de zur Ansicht und zum Download abgelegt.

Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass von der jeweiligen Kammer zertifizierte QB einen Vorteil bei der Ausbildungsplatz-
suche der Jugendlichen darstellen. Die Arbeit mit den Lern- und
Praxisheften, die im Rahmen von Jobstarter Connect II „Qualifizierungsbausteine in Hamburg“ entstanden sind, bietet hierbei den fachlichen Hintergrund für den Abschluss des jeweiligen Bausteins.

Am 31. Januar dieses Jahres endete das Projekt Jobstarter Connect in Hamburg. In den vergangenen Jahren 2012 bis 2014 wurden
insgesamt 18 Lern- und Praxishefte aus entsprechenden Qualifizierungsbausteinen für die Berufsbereiche Lagerlogistik, Einzelhandel und Farbtechnik durch Lernplaner der entsprechenden Ausbildungsschulen (G7, H3, G6) entwickelt und eingesetzt. Im Schuljahr 2013/2014 wurde der Einsatz auf weitere Schulen (auch Produktionsschulen und JVA) erweitert. Die bisherige Rückmeldung des Lernhefteinsatzes fiel durchweg sehr positiv aus. Die erstellten Lernhefte erwiesen sich als eine sehr gute und praktikable Unterstützung für den Einsatz in AV-Dual und konnten sich im Schul- und Betriebseinsatz bewähren. Dies zeigt auch die positive Rückmeldung der
Betriebe.

Die Vorteile bei der Arbeit mit den Lern- und Praxisheften liegen auf der Hand. Fachfremde Lehrende werden unterstützt, da die
Lernhefte ausbildungsrelevante Inhalte, wesentliche Fachbegriffe sowie praxisorientierte Aufgaben und Lösungen des jeweiligen Ausbildungsberufs enthalten. Sie sind selbstlernfähig, d.h. die Schülerinnen und Schüler (SuS) können nach kurzer Anleitung die einzelnen Aufgaben und Themen des Lernhefts selbstständig erarbeiten.
Hierbei ist die Unterstützung der Lehrenden je nach individueller Lernfähigkeit des Schülers unterschiedlich. Die Lernhefte sind gut für den individualisierten Unterricht einsetzbar, es ist möglich, dass zeitgleich ausbildungsrelevante Inhalte der verschiedenen Berufsrichtungen im Klassenraum vermittelt und überprüft werden
können. Die Qualifizierungsbausteine sind klar an der beruflichen
Realität der SuS orientiert. Die Auswahl der Lernhefte richtet sich nach den Schwerpunkten des Ausbildungsbetriebs während des Praktikums.

Auch nach Projektablauf sind die Lern- und Praxishefte in den Beruflichen Schulen mit dem jeweiligen Schwerpunkt in Lagerlogistik, Einzelhandel und Farbtechnik zu beziehen. Die jeweiligen Ansprechpersonen der Beruflichen Schulen lauten wie folgt.